Wir spenden jeden Tag unsere Daten an Firmen wie Facebook, Google, Twitter und vielen anderen. Diese Firmen profitieren von unseren persönlichen Daten, indem sie jeden Klick, jedes interaktive Handeln speichern, auswerten und in der Masse weiterverkaufen.

Echo – The BodyDataTransformer

Echo ist eine Kapsel, die deine sensorischen Inputs auf deinen Herzschlag richtet. In der Kapsel wird durch einen Clip am Finger der Herzschlag gemessen und dieser wird über Vibration auf den gesamten Körper übertragen. Zusätzlich wird er über Kopfhörer auditiv wahrgenommen. Mit jedem zehnten Herzschlag geht ein Tweet mit dem aktuellen Puls an Twitter raus und macht den Besucher in der Öffentlichkeit sichtbar.

Embodied Experience, Experiment, Interactive Installation, Critical Design
Year
2015
Studenten
Mona Neubauer, Thomas Schertenleib, Felix Stricker, David Wyssen
Dozenten
Martin Feuz, Joël Gähwiler, Max Rheiner
Modul
Embodied Interaction, «Towards a Transparent Self», 2015, ZHdK, Interaction Design

Ohne dass wir uns dessen bewusst sind, spenden wir jeden Tag unsere Daten an Firmen wie Facebook, Google, Twitter und vielen mehr. Das Businessmodell dieser Firmen baut auf unseren persönlichen Daten auf. Sie profitieren von uns, indem sie jeden Klick, jeden Post, jede Suchabfrage sammeln und in der Masse weiterverkaufen. Viele Menschen wissen das nicht und diejenige die es wissen, stören sich daran, unternehmen aber selten etwas dagegen. Denn zu gross scheint der Verzicht auf den Datenhunger, den diese Firmen mit ihren Technologien zu stillen verheissen.

Die interaktive Installation

Mit unserer Installation «Echo – The BodyDataTransformer» wollten wir ein Zeichen setzen. Wir schafften eine Umgebung, in der man sich bewusst wird, wie wir heute schon tagtäglich Datenspenden. Es sollte damit ein Bewusstsein geschaffen werden, was dies bedeutet und diesen Akt körperlich spürbar machen. Die Überwindung, die es braucht, um sich in der Kapsel hin zu legen, soll das Bewusstsein der Besucher für den kommenden Akt des Datenspenden noch zusätzlich schärfen.

Die Kapsel schirmt den Besucher von der Aussenwelt ab, die Aufmerksamkeit wird auf den eigenen Herzschlag gelenkt. Denn der eigene Herzschlag ist etwas vom Intimsten was der Mensch besitzt, da man diesen, in den verschiedensten Lebensphasen höchst selten mit der Öffentlichkeit teilt.

Der Besucher soll in sich gehen, seinen Körper bewusst wahrnehmen und die Daten die er spendet am seinem Körper spüren.

Wir zeigten auf, wie es sich anfühlt, dass wir tagtäglich unser Innerstes, unser Intimstes diesen Firmen preisgeben. Uns war klar, dass es nicht reichen würde, einfach nur plakativ auf das Problem hinzuweisen. Deswegen musste eine Umgebung gestaltet werden, in deren der Benutzer seine Situation geeignet reflektieren kann. Um dies zu erreichen, haben wir innerhalb des Designprozess eruiert, dass die Problemstellung durch eine interaktive Installation in deren der Betrachter mit eingebunden ist, vermittelt werden soll.

Diese interaktive Installation wurde als Performance im Jahr 2015 einmalig durchgeführt.

«Transparent Self» ist ein (Zukunfts-)Szenario, in dem alle persönlichen Daten der Menschen durch «self-monitoring» öffentlich zugänglich gemacht werden und von jedem digitalen Gerät oder virtuellen Dienst in global, vernetzten Datenzentren gelesen werden können.

Wir haben für dieses (fiktionale) Szenario ein Erlebnis kreiert, welches eine nahtlose Interaktion zwischen dem menschlichen Körper und dem digitalen Raum integriert. Das Resultat fundiert auf einem experimentellen Research während einem iterativen Designprozess. Eine Geschichte welche im Hier und Jetzt abspielt und mit einem kritischen Blick die Situation zum Thema «Transparent Self» unserer Zeit beleuchtet.